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Hallo Leser:in,

der 8. März ist internationaler Tag einer vielfältigen Bewegung, die sich für die Rechte von Mädchen* und Frauen* einsetzt. Im Vereinigten Königreich, den USA und Australien nutzen viele Organisationen den ganzen März als Women's History Month.

Das haben wir zum Anlass genommen, auf Berlin inklusiv Schutz und gleiche Rechte zum Thema zu machen. In einem Gastbeitrag schreibt Sophia von Verschuer darüber, wie Frauen mit Behinderung besonders vom Gender Pay Gap betroffen sind. Ein weiterer Blogbeitrag stellt Schutzkonzepte in der Eingliederungshilfe kompakt vor und zeigt, wie Einrichtungen sie entwickeln und umsetzen können.

Im Kurzportrait berichtet außerdem Linn Bade über ihren öffentlichen Einsatz für eine inklusivere Gesellschaft – und erklärt, warum sie überzeugt ist, dass auch unsere Stadt weiterhin inklusiver werden kann. Übrigens: Du findest jetzt alle Kurzportraits gesammelt auf unserer Website.

Unten findest du darüber hinaus:
  • Bad News: E-Scooter sollen erst in 9 Jahren von Berliner Gehwegen verschwinden
  • Good News: Berliner Wasserbetriebe unter Deutschlands inklusivsten Arbeitgeber:innen
  • Termine im März - in Berlin und online – zu Inklusion und Vernetzung in Kultur, Wissenschaft und Aktivismus
Hast Du Feedback, Fragen oder Themenvorschläge? Möchtest Du jemanden für ein Kurzportrait vorschlagen? Wir freuen uns auf den Austausch mit Dir! Erreiche uns ganz einfach unter info@berlin-inklusiv.de oder antworte auf diese E-Mail.

Herzliche Grüße
Maria Milbert / Redaktion Berlin inklusiv
Neue Blogbeiträge

Pay Gap: der große Unterschied beim Entgelt

Frauen mit Behinderung sind besonders betroffen, wenn es um Lohnungleichheit geht

Pay Gap: der große Unterschied beim Entgelt
Der Gender Pay Gap ist bekannt – doch Frauen mit Behinderung sind besonders stark von Lohnungleichheit betroffen und verdienen häufig am wenigsten. Neue Urteile stärken ihre Rechte und machen klar: Ungleiche Bezahlung für gleiche Arbeit ist Diskriminierung – unabhängig vom Verhandlungsgeschick.

Schutzkonzepte in der Eingliederungshilfe

Hintergründe und Praxis kompakt erklärt

In der Eingliederungshilfe stoßen Betroffene und Fachkräfte oft an dieselbe strukturelle Leerstelle: fehlende Anlaufstellen, kein Beschwerdemanagement, keine klaren Zuständigkeiten. An wen wenden sich Assistenznehmende, wenn eine Assistenzkraft Grenzen überschreitet? Mit wem können Fachkräfte das problematische Verhalten eineeines Kollegen besprechen? Schutzkonzepte sollen diese Lücke schließen – seit 2022 sind Leistungserbringer gesetzlich verpflichtet, eines vorzuhalten. Der Beitrag erklärt Hintergründe, Bausteine und worauf es bei der Umsetzung ankommt.
Schutzkonzepte in der Eingliederungshilfe

Bad News: E-Scooter sollen erst in 9 Jahren von Berliner Gehwegen verschwinden

In dieser schlechten Nachricht versteckt sich eigentlich eine gute: Das chaotische Abstellen von E-Scootern auf Berliner Gehwegen soll beendet werden. Darauf einigten sich im März Berliner Senat und der Allgemeine Blinden- und Sehbehindertenverein Berlin (ABSV).

Die Scooter stellen für blinde und sehbehinderte Menschen ein erhebliches Unfallrisiko auf Berliner Gehwegen dar, argumentiert der ABSV seit Jahren. Der Verband wollte bereits 2025 verpflichtende Abstellzonen einklagen, zog die Klage aber zurück und versuchte stattdessen eine Einigung mit der Senatsverwaltung – zu der es nun auch gekommen ist. Der Senat plant nun, insgesamt 2.500 zusätzliche Abstellflächen in der Stadt einzurichten. Allerdings soll das Vorhaben erst 2035 abgeschlossen werden. Dieser lange Zeitraum, so ABSV-Geschäftsführer Dr. Thomas Krämer, ist „so nicht akzeptabel“.

Quellen: kobinet, RBB

Good News: Berliner Wasserbetriebe unter Deutschlands inklusivsten Arbeitgeber:innen

Beim diesjährigen FKi-Ranking der diversitätsfreundlichsten Unternehmen Deutschlands haben die Berliner Wasserbetriebe den zweiten Platz belegt – ein starkes Ergebnis für das Berliner Unternehmen. Die Deutsche Bahn AG sicherte sich den ersten Platz, zum vierten Mal in Folge. Der FKi (Inclusion for Excellence) bewertet seit 2012 jährlich Diversitätsstrategien von Unternehmen. Dabei ging es in früheren Jahren um Geschlechtergerechtigkeit, heute jedoch insgesamt um Vielfalt und Inklusion. Die Methodik des FKi wurde gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung und der Technischen Universität Berlin entwickelt.

Angesichts der aktuellen Wirtschaftskrise warnt FKi-Gründerin Barbara Lutz vor einem Rückschritt bei Gleichstellung und Inklusion. Unternehmen mit einer strategisch verankerten Diversitätsstrategie kämen robuster durch Krisen und seien deutlich besser für Transformationsschritte aufgestellt – ein Signal, das auch Berliner Betriebe und Organisationen ernst nehmen sollten. Die Berliner Wasserbetriebe tun das schon – mit einer breit aufgestellten Diversitätsstrategie in Bezug auf Herkunft, Geschlecht, sexuelle Orientierung, Alter, Glaube und Behinderung.

Quelle: presseportal

Im Kurzportrait: Linn Bade - Berliner Aktivistin, Beraterin und Schauspielerin

Linn Bade, 2000 in Berlin geboren, kennt Ausgrenzung aufgrund von Behinderung aus eigener Erfahrung – und setzt sich nun öffentlich dagegen ein. Mit dem Online-Projekt „Handicap Lexikon" und dem Verein IN-Gesellschaft e.V. legte sie früh den Grundstein für ihre Arbeit an einer inklusiveren Gesellschaft. Heute ist sie selbstständig als Referentin und Workshopleiterin tätig und begleitet Organisationen dabei, Barrieren zu erkennen und abzubauen. Parallel dazu klärt sie auf Instagram und TikTok über Behinderung, Inklusion und Queerness auf – und begeistert damit über 40.000 Follower:innen.

Was war ein prägendes Erlebnis für Sie in Bezug auf Inklusion?

Mein größtes Ereignis war die Errungenschaft, die Finanzierung von Persönlicher Assistenz im Arbeitgeber:innen-Modell zu sichern. Ich lebe seit 2018 mit Assistenz, die ich über das Arbeitgeber:innen-Modell selbst anstelle. Dies ist eine alternative Form zum Assistenzdienst, die mir eine hohe Flexibilität und damit auch Teilhabe gibt. Jedoch stand die Refinanzierung unseres Tarifvertrages lange Zeit auf der Kippe, was eine ungleiche Entlohnung der Assistenzen zur Folge hatte. In den letzten Jahren haben wir mit zahlreichen Aktionen die Landespolitik dazu aufgefordert, diese Ungerechtigkeit zu stoppen, indem unser Tarifvertrag vollumfänglich anerkannt wird. Dies haben wir nun erreicht. Das ist ein großer Gewinn für die Teilhabe von Menschen mit Behinderung und damit auch für Inklusion.

Welche konkreten Ziele verfolgen Sie aktuell in Ihrer Arbeit?

Ich bin nun seit 3 Jahren fast komplett selbstständig und finanziere mich über Buchungen meiner Workshops und über eigene Projekte. Ich möchte dies festigen, mehr Menschen erreichen und Inklusion in die Mitte unserer Gesellschaft bringen. Gleichzeitig schaue ich gerade selbst, wie lange ich diesen sehr dankbaren, aber auch herausfordernden Weg gehen möchte oder mehr Sicherheit durch eine regelmäßige Beschäftigung bevorzuge.

Was war ein wichtiger Schritt oder Erfolg Ihrer Tätigkeit?

Sehr fördernd war auf jeden Fall, meine Arbeit auch auf Social Media zu stellen. Dort zeige ich in diversen Clips bestimmte Situationen, die ich täglich mit meiner Behinderung erlebe, und rege zum Nachdenken an. Zudem ist das zu einem guten Werbemittel geworden, um viele zu erreichen, wodurch ich viele neue Menschen kennenlerne und an neue Aufträge komme.

Welche Herausforderungen sehen Sie derzeit für Inklusion in Berlin?

Gesetze gibt es viele. Jedoch scheitert es so oft an der Umsetzung. Ich denke, die enorme Bürokratie muss dringend abgebaut werden, damit Sachen schneller umgesetzt werden können. Gerade beim ÖPNV mangelt es überall an geschultem Personal und Barrierefreiheit.

Wo sehen Sie Berlin in Sachen Inklusion in 5 Jahren?

Ich denke, dass Berlin durchaus inklusiver werden wird. Inklusion wird gerade immer mehr zum Thema, wenn auch sehr langsam. Aber ich sehe auch, wie sich immer mehr Menschen zeigen und ihre Stimme erheben. Wenn es wächst und dadurch der Druck auf die Politik erhöht wird, kann es nur zum schnelleren Fortschritt führen und das wäre für alle von Vorteil.

Mehr zu Linn Bade auf ihrer Website und auf Instagram.
Das Bild wurde mit ChatGPT auf der Basis eines Fotos von Linn Bade erstellt.

Termine im April - in Berlin und online

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