Kurzportraits: Menschen, die Berlin inklusiver machen

Viele Menschen engagieren sich in Berlin für Inklusion und gegen Diskriminierung – in Initiativen, Wissenschaft, Kultur oder Selbstvertretung. Mit unseren Kurzportraits stellen wir einige von ihnen persönlich vor und geben Einblicke in ihre Arbeit, Perspektiven und Motivation.

Jeden Monat erscheint ein neues Portrait in unserem Newsletter. Die Redaktion freut sich über Vorschläge für neue Kandidat:innen.

Laura Gehlhaar – Stimme für Inklusion und Gerechtigkeit

Laura Gehlhaar ist Autorin, Speakerin, Beraterin und Aktivistin für Inklusion, Diversität und Gerechtigkeit. Als Rollstuhlfahrerin setzt sie sich seit vielen Jahren mit den strukturellen Bedingungen von Ausgrenzung und Zugehörigkeit auseinander. Seit 14 Jahren berät sie Unternehmen, Organisationen, NGOs und öffentliche Institutionen zu den Themen Inklusion, Diversität und diskriminierungssensible Unternehmenskultur. Seit November 2025 leitet sie gemeinsam mit einer Kollegin die interne Antidiskriminierungsstelle beziehungsweise AGG-Beschwerdestelle der Landeshauptstadt Potsdam. Ihr Anliegen ist es, Inklusion nicht als soziale Zusatzaufgabe zu verstehen, sondern als Qualitätsmerkmal moderner, demokratischer und zukunftsfähiger Gesellschaften.

Adina Hermann – Kommunikationsleiterin bei den Sozialheld*innen und Kinderbuchautorin

Adina Hermann stammt aus Mecklenburg-Vorpommern und lebt seit mehr als 14 Jahren in Berlin. Die studierte Kommunikationsdesignerin ist Kommunikationsleiterin und Vorstandsmitglied bei Sozialheld*innen e.V. Unter anderem mit Workshops und Beratung zu Diversität und Barrierefreiheit setzt sie sich für eine inklusivere Gesellschaft ein. 2021 wurde sie vom Wirtschaftsmagazin Capital in die Liste der „Top 40 unter 40“ aufgenommen. Gemeinsam mit Raúl Krauthausen veröffentlichte sie 2024 das inklusive Kinderbuch „Als Ela das All eroberte“, illustriert von Laura Rosendorfer. In diesem Herbst erscheint außerdem ein Maxi Pixi, der zweite Band der Reihe ist für 2027 geplant. Adina Hermann lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Berlin. Über ihre Leidenschaft für das Reisen mit dem Rollstuhl berichtet sie regelmäßig auf Instagram und auf ihrem Blog.

Karina Sturm – multimediale Geschichten für mehr Sichtbarkeit

Karina Sturm ist freie Journalistin aus Deutschland und arbeitete mehrere Jahre im medizinischen und wissenschaftlichen Bereich, unter anderem als Arzthelferin, medizinisch-technische Laboratoriumsassistentin und in der Forschung. Insgesamt lebte sie neun Jahre in San Francisco und Kopenhagen. Seit 2013 arbeitet sie als freie Journalistin. 2019 schloss sie ihr Masterstudium mit dem featurelangen Dokumentarfilm We Are Visible ab, der mehrfach ausgezeichnet wurde. Heute arbeitet sie als multimediale Journalistin auf Deutsch und Englisch an internationalen Projekten im Spannungsfeld von Journalismus und Aktivismus. Seit 2010 lebt sie zudem mit mehreren chronischen Erkrankungen und einer unsichtbaren Behinderung.

Martin Vahemäe-Zierold – beauftragte Person für Queer und Antidiskriminierung im Bezirksamt Mitte

Ich arbeite daran, die Berliner Verwaltung diskriminierungsfreier zu gestalten. Ich bin taub, meine Muttersprache ist Gebärdensprache, die in meiner Familie über Generationen weitergegeben wird – inzwischen in vierter Generation. Nach meinem Realschulabschluss an einer Gehörlosenschule in Chemnitz habe ich zunächst verschiedene Ausbildungen und berufliche Stationen durchlaufen: als sozialpädagogische Assistenz, in einem Jugendclub sowie als ausgebildete:r Gebärdensprachdozent:in. Mein beruflicher Weg führte dann über ein Studium der Sozialen Arbeit, verschiedene Stationen in der Verwaltung und eine Tätigkeit in der Landesantidiskriminierungsstelle Berlin. Bis heute unterrichte ich nebenberuflich Gebärdensprache. Meine jetzige Stelle als Beauftragte Person für Queer und Antidiskriminierung wurde 2022 neu geschaffen.

Linn Bade – Berliner Aktivistin, Beraterin und Schauspielerin

Linn Bade, 2000 in Berlin geboren, kennt Ausgrenzung aufgrund von Behinderung aus eigener Erfahrung – und setzt sich nun öffentlich dagegen ein. Mit dem Online-Projekt „Handicap Lexikon“ und dem Verein IN-Gesellschaft e.V. legte sie früh den Grundstein für ihre Arbeit an einer inklusiveren Gesellschaft. Heute ist sie selbstständig als Referentin und Workshopleiterin tätig und begleitet Organisationen dabei, Barrieren zu erkennen und abzubauen. Parallel dazu klärt sie auf Instagram und TikTok über Behinderung, Inklusion und Queerness auf – und begeistert damit über 40.000 Follower.

Sigrid Arnade – Pionierin der Selbstbestimmung behinderter Frauen

Dr. Sigrid Arnade wurde 2023 von der Alice Salomon Hochschule Berlin (ASH) zur Honorarprofessorin ernannt und ist eine Pionierin für die Rechte von Frauen mit Behinderung. Seit den 1980er-Jahren setzt sie sich für Selbstermächtigung und Selbstorganisation ein, gründete Organisationen wie das Netzwerk behinderter Frauen Berlin e.V. und war maßgeblich an den Verhandlungen zur UN-Behindertenrechtskonvention beteiligt. Ihr Motto „Immer dranbleiben, nachhaken, niemals aufgeben“ prägt ihr Engagement, das mit Auszeichnungen wie dem Bundesverdienstkreuz gewürdigt wurde.

Anna Heidrich – Berliner Antidiskriminierungsberaterin

Ich bin Anna Heidrich und beschäftige mich schon viele Jahre mit den Themen Behinderung und Inklusion. Mir ist es wichtig, Inklusion möglichst weit zu denken und dabei viele verschiedene Formen von Identität(en) und Lebensrealitäten zu berücksichtigen. Sowohl beruflich als Antidiskriminierungsberaterin bei der ADB (Antidiskriminierungsberatung Alter, Behinderung, Chronische Erkrankung) als auch als Organisatorin von Tango-Events setze ich mich dafür ein, Räume zu schaffen, in denen Inklusion erlebbar wird.