Im Kurzportrait: Adina Hermann
Kommunikationsleiterin bei den Sozialheld*innen und Kinderbuchautorin
Adina Hermann stammt aus Mecklenburg-Vorpommern und lebt seit mehr als 14 Jahren in Berlin. Die studierte Kommunikationsdesignerin ist Kommunikationsleiterin und Vorstandsmitglied bei Sozialheld*innen e.V. Unter anderem mit Workshops und Beratung zu Diversität und Barrierefreiheit setzt sie sich für eine inklusivere Gesellschaft ein. 2021 wurde sie vom Wirtschaftsmagazin Capital in die Liste der „Top 40 unter 40“ aufgenommen. Gemeinsam mit Raúl Krauthausen veröffentlichte sie 2024 das inklusive Kinderbuch „Als Ela das All eroberte“, illustriert von Laura Rosendorfer. In diesem Herbst erscheint außerdem ein Maxi Pixi, der zweite Band der Reihe ist für 2027 geplant. Adina Hermann lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Berlin. Über ihre Leidenschaft für das Reisen mit dem Rollstuhl berichtet sie regelmäßig auf Instagram und auf ihrem Blog.
Was war ein prägendes Erlebnis für Sie in Bezug auf Inklusion?
Es war mutig von meiner Mutter, auf ihr Gefühl zu hören statt auf den Rat anderer. Denn mit dem Rat kam auch Druck: Sie solle mich schützen, die Regelschulen wären zu hart für Kinder mit Behinderungen. Im Umkehrschluss hieß das: Meinem Wunsch zu folgen bedeutete auch, die Verurteilung durch andere zu ertragen. In den Augen dritter Personen eine schlechte Mutter zu sein.
Was dort als Schutz verkauft wurde und wird, nennen wir heute die Schonraumfalle: Kinder mit Behinderungen werden von Gleichaltrigen getrennt – vermeintlich zu ihrem Besten. Dabei zeigen Studien, dass Kinder mit Behinderungen in inklusiven Schulen deutlich besser abschneiden als in getrennten Strukturen. Wo das nicht gelingt, liegt es oft auch an fehlenden Hilfen, Mitteln und Konzepten. Zudem finden wir: Auch Nichtbehinderte haben ein Recht darauf, mit behinderten Menschen gemeinsam zu leben und zu lernen. Ich bin überzeugt: Wäre ich auf diese Förderschule gegangen, hätte ich nie studiert. Ich hätte sehr wahrscheinlich einen völlig anderen Lebensweg eingeschlagen. Der Moment der Schulbesichtigung hat also buchstäblich meine Zukunft bestimmt.
Welche konkreten Ziele verfolgen Sie aktuell in Ihrer Arbeit?
Was war ein wichtiger Schritt oder Erfolg Ihrer Tätigkeit?
Welche Herausforderungen sehen Sie derzeit für Inklusion in Berlin?
Wo sehen Sie Berlin in Sachen Inklusion in fünf Jahren?
30.06.2026, Redaktion: Maria Milbert
Das Bild wurde mit ChatGPT auf der Basis eines Fotos von Adina Hermann erstellt. Originalfoto: Andi Weiland